Pulsdauer
Der Seed ermöglicht Impulse von wenigen Nanosekunden bis zu mehreren Hundert ns bei konstanter Wiederholrate. So lässt sich der Arbeitsbereich (Ablation, oberflächliche Schmelze, Anlassen) ändern, ohne die Quelle zu wechseln.
NWS Laser EXPERTISE · FIBER MOPA
Ein Faser-MOPA-Laser (Master Oscillator Power Amplifier) trennt die Pulserzeugung von deren Verstärkung. Dadurch lassen sich Pulsdauer, Wiederholrate und nutzbare Energie als getrennte Einstellungen wählen — was ein klassischer Faser-Q-Switch so nicht wirklich erlaubt.
DEFINITION
Der Master-Oszillator (Seed) erzeugt einen kurzen, wohlgeformten Impuls. Der Verstärker, eine ytterbiumdotierte Faser, von Dioden gepumpt, erhöht die Energie, ohne das Zeitprofil zu verändern. Zwischen beiden verhindern Isolatoren, dass Rückreflexionen den Seed beschädigen. Am Ausgang: 1064 nm, Galvanometerkopf, Objektivlinse. Genau diese Trennung macht den MOPA in der Werkstatt nützlich — kein Werbeversprechen für „mehr Leistung“.
WARUM MOPA
Bei einer Faser mit Q-Switch legen Kavität und saturierbarer Absorber ein Betriebsfenster fest. Steigt die Wiederholfrequenz, verlängert sich der Impuls oft und die Spitzenleistung fällt. Kontrast bei Kunststoffen, Anlassen von Stahl oder ein dichter DataMatrix-Code lassen sich dann nicht mehr unabhängig einstellen.
Der Seed ermöglicht Impulse von wenigen Nanosekunden bis zu mehreren Hundert ns bei konstanter Wiederholrate. So lässt sich der Arbeitsbereich (Ablation, oberflächliche Schmelze, Anlassen) ändern, ohne die Quelle zu wechseln.
Bei gegebener Impulsenergie erhöht eine kürzere Dauer die Spitze. Das schafft Kontrast bei bestimmten Kunststoffen und scharfes Markieren von Metallen ohne großen thermischen Eintrag.
Man kann in den kHz-Bereich für einen DataMatrix oder eine Linienrate gehen und gleichzeitig kurze Impulse beibehalten. Der klassische Q-Switch erzwingt hier oft einen Kompromiss.
NÜTZLICHE PARAMETER
WERKSTATTGRÖSSEN
Exakte Werte werden am Material / Oberflächenzustand qualifiziert. Ein weichgeglühter Stahl hat nichts mit einem gefüllten POM zu tun, selbst bei 1064 nm.
AN BAUTEIL
1064 nm bleibt ein nahes Infrarotlaser: Er erwärmt, koppelt gut zu den meisten Metallen, weniger gut zu einigen transparenten Werkstoffen. Der Vorteil des MOPA ist der Einstellbereich, kein Wunderding der Wellenlänge.
Gravur, kontrollierte Oxidation, Anlassen. Bei Edelstahl kann eine längere Impulsdauer und angepasste Taktung einen dunklen Kontrast oder Interferenzfarben erzeugen. Bei Aluminium zielt man eher auf einen hellen Kontrast durch Rauheitsveränderung.
Eine hohe Spitze, kurzer Impuls begrenzt das Schmelzen des Polymers und begünstigt Schwärzung oder Aufhellung je nach Additiven (Ruß, TiO2 ). Zu validieren am realen Werkstoff: Ein ABS ist nicht gleich ein PEEK.
DataMatrix, QR, Seriennummern. Die hohe Taktung hilft, eine dichte Matrix zu füllen, ohne den Impuls zu verlängern. Die Lesbarkeit (Grad, Kontrast, Modul) prüft man mit derselben Beleuchtung wie in der Fertigung.
ORIENTIERUNGSHILFEN FÜR DIE AUSWAHL
MACHINEN NWS LASER
INTEGRIERBAR
Faser-MOPA-Quelle im All-in-one-Gehäuse, 24 V DC, Platine mit 8 M6-Bohrungen. Für eine Zelle, einen Roboter oder eine Linie: Der Laser wird integriert, ein PC ist in der Produktion nicht zwingend erforderlich.
Siehe Datenblatt IK-SERIESMARKIERSTATION
Klasse-1-Gehäuse, elektrische Tür, Galvokopf auf Z-Achse, Smart Vision. Die MOPA-Quelle findet dort einen Werkstattarbeitsplatz, wenn das Bauteil zur Maschine kommt, nicht umgekehrt.
Siehe Datenblatt IK-BOXWERKSTATTFRAGEN
VERSUCH AM BAUTEIL
Geben Sie Legierung oder Compound, Oberflächenzustand, Zielcode oder Logo, Taktfrequenz an. NWS Laser bietet lieber einen MOPA-Test auf IK-SERIES oder IK-BOX an als eine Katalogversprechung.